Umbau und Sanierung der ehemaligen Malerwerkstatt Tack

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Entwurf und Bau eines Wohnateliers (ca. 42 m²) in Duisburg-Meiderich (Hinterhof-Anbau) – "TINY-HOUSE"

 

Low-Budget-Projekt aus überwiegend gebrauchten Materialien und vorhandenen, historischen Möbeln und Leuchten

 

Upcycling des Dachabriss-Holzes für Stützen, Küche, Regale, Leuchte

 

 

 

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Gebäude-Historie

Das Hofgebäude wurde als Anbau zum Wohngebäude Unter den Ulmen 98 in Duisburg-Meiderich von Malermeister August Tack ca. 1898 in Vollziegel-Bauweise auf dem Hinterhof errichtet. Das Obergeschoss diente der Unterkunft für die Gesellen, das Erdgeschoss der Malerwerkstatt mit Labor. Nach der Zerstörung des Wohngebäudes im 2. Weltkrieg beherbergte das Hofgebäude die obdachlos gewordenen Anwohner und später auch die Eigentümerfamilie Bruckschen/Tack. Nach dem Wiederaufbau ca. 1954 blieb das Obergeschoss Schlafraum für die Familie, und im Erdgeschoss begann die Errichtung der "Kaufmännische Privatschule Bruckschen", wobei dieses im Laufe der Zeit um zwei Flachdach-Anbauten für Klassenräume erweitert wurde. Als auf dem Hof dann das neue Hauptgebäude für die Schule errichtet wurde, verblieb lediglich das Büro im Erdgeschoss; die anderen Räume wurden als Aufenthaltsräume (Partyraum) genutzt oder anderweitig vermietet (Aquarianer-Club).

Im Jahre 1998 erwarb ich das gesamte Objekt und nutzte die Räumlichkeiten fortan als Werkstatt-, Atelier-, Proberaum- oder Lagerfläche.

Im Jahre 2021 entschloss ich mich dann, mein gesamtes Hab und Gut bis auf das Notwendigste abzugeben, und der Idee des "Tiny-Houses" folgend meinen Lebens- und Arbeitsraum auf die 42 m² des Obergeschosses zu reduzieren.


Erste Baumaßnahmen

Das Dach der alten Malerwerkstatt wurde 1999 komplett als Umkehrdach mit außenliegender Wärmedämmung erneuert, sodass die Unterdecke entfernt und die gesamte Raumhöhe mit der Untersicht auf die neue, unbehandelt belassene Holzkonstruktion erlebbar wurde. Ebenso wurden die historischen Fensteranlagen (teilweise Bleiverglasung) inkl. der alten Beschläge saniert. Die schmale Stiege, die nach unten ins Erdgeschoss führte, wurde ausgebaut und der Boden dort geschlossen, um die Nutzfläche zu vergrößern und eine räumliche Trennung zu der darunterliegender Werkstatt zu erzielen. Die alte Treppe wurde im Sinne der Nachhaltigkeit aufgearbeitet und andernorts wieder eingebaut (siehe BV Leitel/Waltemathe).  

Das Obergeschoss wurde mit historischen Heizkörpern und Elektro-Installationen (Bakelit/Duroplast) ausgestattet, der originale Dielenboden abgeschliffen, geölt und gewachst. Das Mauerwerk wurde vom baufälligen Putzt befreit, statisch fixiert und mit neuer Verfugung sichtbar belassen. Auch alte Putzflächen, die noch Malerarbeiten aus der Bauzeit trugen, wurden teilweise fixiert und belassen.

Im Eingangsbereich wurde eine Galerie eingebaut, die schon als Hochbett oder als Heuboden (für Möbelbau) diente, sodass darunter eine Art offene Diele entstand. Die alte Trennwand wurde bis auf die Stützen freigelegt, sodass insgesamt der Eindruck eines offenen Ein-Raum-Appartements verwirklicht werden konnte.

Die Sanitär- und Hauswirtschaftsräume befinden sich im direkt angrenzenden Keller des Hauptgebäudes (ehemalige Schul-WCs) und werden über eine überdachte Außentreppe erreicht.

Rundgang